Schwangere Frau mit Händen auf dem Bauch

Käse in der Schwangerschaft, darf ich das?

Ernährungstipps für werdende Mütter: Welchen Käse Sie in der Schwangerschaft bedenkenlos genießen können und worauf Sie achten sollten.

Die gute Nachricht: Sie dürfen!

Dass Schwangere gänzlich auf Käse verzichten müssen, ist falsch. Ganz im Gegenteil: Käse enthält viele Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Magnesium und Kalzium. Zudem ist er reich an Spurenelementen wie Eisen, Zink und B-Vitaminen. Kombiniert mit einem hohen Eiweißanteil von meist 10 bis 30 Prozent liefert Käse wichtige Nährstoffe, die für das Kind im Mutterleib wertvoll sind.

Rohe Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Nüsse, Eier und Joghurt auf Holz

Tipp 1: Vermeiden Sie rohe Lebensmittel.

Schwangere Frauen sollten generell auf roh belassene Lebensmittel verzichten. Dazu zählen unter anderem Fleisch, Fisch, aber auch Milch und Eier. Dementsprechend sollten Schwangere auf Rohmilchkäse, Weißschimmel-Weichkäse und Blauschimmelkäse besser verzichten. Bei der Herstellung von Rohmilchkäse wird die Milch nicht pasteurisiert beziehungsweise erhitzt, um mögliche Krankheitserreger abzutöten.  

Herauszufinden, ob ein Käse aus Rohmilch hergestellt wurde, ist sehr einfach: Käsesorten aus Rohmilch müssen die Aufschrift „Mit Rohmilch hergestellt“ tragen. Wer den Käse an der Käsetheke in unverpackter Form kauft, fragt am besten den Fachverkäufer um Rat.

Hintergrund: Was ist Listeriose?

Das Problem bei rohen Lebensmitteln und Rohmilchkäse ist, dass hitzeempfindliche Krankheitserreger durch keinen Produktionsschritt unschädlich gemacht werden und somit im Lebensmittel verbleiben können. Verzehrt eine schwangere Frau entsprechende Käsesorten, besteht die Gefahr, dass Auslöser für Listeriose aufgenommen werden. Diese Infektionskrankheit ist relativ selten und für gesunde Erwachsene meist unbedenklich. Tritt sie allerdings bei Schwangeren auf, können Komplikationen für das Baby entstehen.

Emmentaler Stück von GOLDSTEIG ohne Rinde mit Gänseblümchen vor Blumenwiese

Tipp 2: Schneiden Sie die Rinde ab.

Generell gilt: Eine lange Reifezeit des Käses ist ein sicherer Indikator für einen unbedenklichen Käseverzehr in der Schwangerschaft. Deshalb gilt besonders lange gereifter Hartkäse wie Parmesan, auch wenn er aus Rohmilch hergestellt wurde, als unschädlich für Schwangere, da Bakterien die lange Reifezeit nicht überleben.

Dennoch ist Vorsicht geboten: Auf der Käserinde, auch bei Käse aus pasteurisierter Milch, können sich Listerien ansiedeln. Deshalb ist es ratsam, während der Schwangerschaft bei jedem Käse die Rinde vorher großzügig abzuschneiden, so ist man definitiv auf der sicheren Seite.

Käsefondue von GOLDSTEIG in Gusspfanne mit Gemüsestückchen auf Holzstäbchen

Tipp 3: Mit Kochen und Backen auf Nummer sicher.

Wird z. B. Blauschimmelkäse gekocht – etwa als Bestandteil einer Soße –, ist er für Schwangere unbedenklich. Einzige Bedingung: Er muss für mindestens zwei, besser drei Minuten bei über 70 Grad erhitzt werden, da bei 70 Grad die Bakterien abgetötet werden. Backcamembert, Gerichte mit Gorgonzolasoße, Ofenkäse oder Pizza können also auch in der Schwangerschaft verzehrt werden, sofern der Käse ausreichend lange erhitzt wurde.